Arbeitsschutz / Normen

Welche Risiken und Gefahren am Arbeitsplatz bestehen, zeigt sich in der Gefährdungsbeurteilung, die jeder Arbeitgeber im Rahmen des Arbeitsschutzgesetzes durchführen muss.

T-O-P Technische-organisatorische-persönliche Schutzmaßnahmen

Die Risikobegrenzung erfolgt zuallererst durch geeignete technische oder organisatorische Maßnahmen in den Arbeitsbedingungen, beispielsweise durch gesicherte Maschinen und sichere Arbeitsmethoden.

Dennoch gibt es ein Restrisiko und Rahmenbedingungen, wo weder technische noch organisatorische Maßnahmen eine Gefährdung vollkommen ausschließen können. In diesen Fällen dient die persönliche Schutzausrüstung (PSA) dem Schutz des Menschen.

Wir bieten verschiedene Produktlinien an, die gegen ein oder mehrere Risiken schützen. Auf diese Kleidung findet ein bestimmtes europäisches Regelwerk zur persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) Anwendung.

EU-PSA-VERORDNUNG 2016/425

EU-Verordnungen sind Rechtsakte der Europäischen Union mit allgemeiner Gültigkeit und unmittelbarer Wirksamkeit in den Mitgliedstaaten. Sie haben also Gesetzescharakter!

In dieser Verordnung über persönliche Schutzausrüstungen stehen die Anforderungen, die Schutzkleidung erfüllen muss. Sie besteht bereits seit 1989 (damals als Richtlinie 89/686/EEG) und wurde im März 2016 erneuert (Verordnung 2016/425). Im Anschluss an die Übergangsperiode muss Schutzkleidung seit April 2018 gemäß der  PSA-Verordnung zertifiziert werden ("Baumusterprüfung").

Die Entwicklung der Kleidungsnormen, z. B. die EN ISO 11611 (Schutzbekleidung für Schweißer) oder die EN ISO 20471 (Warnschutzbekleidung), erfolgt basierend auf dem EU-Regelwerk. Da die Kleidungszertifikate eine Gültigkeitsdauer von 5 Jahren haben, muss ein solches Zertifikat entsprechend verlängert werden!

Die Verordnung 425/2016 unterscheidet (ebenso wie die frühere Richtlinie 89/656/EC) drei Risikoklassen. Je höher das Risiko für den Träger, desto strenger die Anforderungen und Vorschriften, denen die Kleidung entsprechen muss.

Klasse I:     geringes Risiko

Diese Kleidung wird nicht durch ein unabhängiges Testinstitut, sondern durch den Hersteller selbst geprüft. In diese Klasse fällt beispielsweise Regenkleidung.

Klasse II:    mittleres Risiko

Hier wird einmalig ein Musterkleidungsstück an ein unabhängiges Testinstitut zur Prüfung gesendet. Dieses Verfahren wird auch „Typenprüfung“ oder "Baumusterprüfung" genannt. In diese Klasse fallen beispielsweise Schutzbekleidung für Schweißer oder Warnschutzbekleidung.

Klasse III:    hohes Risiko

Schutzausrüstung oder Kleidung in dieser Klasse wird jährlich durch ein unabhängiges Testinstitut geprüft. Dazu gehört beispielsweise Kleidung, die Schutz gegen Risiken im Umgang mit Chemikalien und Lichtbögen bietet.

Zertifizierte Kleidung
erkennt man an einem CE-Etikett. Darauf befinden sich neben den Piktogrammen, die anzeigen, gegen welches Risiko der Träger geschützt wird, auch der Hersteller und die CE-Nummer des Prüfinstituts. Prüfinstitute müssen von der EU für den europäischen Markt zugelassen (akkreditiert) werden.

Welches Prüfinstitut dahinter steckt und ob es tatsächlich für die Prüfung nach der PSA-Verordnung zugelassen ist findet man bei der EU unter
https://ec.europa.eu/growth/tools-databases/nando/index.cfm?fuseaction=country.notifiedbody&cou_id=276
(evtl. kann sich der Link ändern, daher bitte im Zweifelsfall selber recherchieren!)

Das Entfernen/Abschneiden des Etiketts führt zum Erlöschen der Zulassung als PSA!!!

Zu der Kleidung gehört eine Gebrauchsanweisung. Darin werden die Piktogramme erläutert. Zudem enthält sie Informationen zu Pflege und Ermittlung der Kleidergröße sowie spezifische Anweisungen, die der Träger beachten muss.

 Diese Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt; Änderungen freibleibend Irrtümer vorbehalten, keine Haftung für Richtigkeit und Vollständigkeit.
Sie ersetzen nicht die eigene Gefährdungsermittlung und -beurteilung. Wenn Sie Beratung zur Ermittlung und Beurteilung von Gefährdungen und notwendiger Schutzausrüstung Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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